Seite wählen

Musik Marketing Blog: Bewerben bei Musiklabels! #7

Willkommen zu meinem siebten Musik Marketing Blog. Heute ein Thema das viele wahrscheinlich brennend interessiert. Den Blog schreibe ich btw aus gegebenem Anlass, da ich über das Musiklabel, bei dem ich als Freelancer tätig bin, sehr viele Demos zugespielt bekomme. Mittlerweile mache ich das seit 1,5 Jahren und darum maße ich mir an dieses Thema zu behandeln. Hier geht es auch nicht nur um Musiklabels, sondern allgemein um potentielle Kooperationspartner. Notiz: Ich muss diesen Blog auf zwei Teile aufteilen, da es sehr umfangreich ist. Also bei der Pointe hört dieser Blog auf (muhahaha).

 

Kurz vorab, dass man über eine klassische Bewerbung tatsächlich ein Management findet, ein Musiklabel, ein Verlag oder sonst etwas, ist meiner Erfahrung nach sehr sehr selten. Was jedoch manchmal passiert ist, dass man dadurch zumindest mal bei einem Entscheidungsträger am Radar ist. Darauf aufbauend kann man vielleicht Kontakte knüpfen. Das heißt aber noch nicht, dass du automatisch gesigned wirst, sondern nur, dass du interessant bist. Passiert bei einem Major Label denke ich mal eher selten aber bei einem Indi-Label kann das schon mal vorkommen. Es ist auf jeden Fall kein Geheimnis, dass Bewerbungen in der Musikbranche nicht so funktionieren wie Job Ausschreibungen im Handel. Es geht viel über Connects.

 

Zu den Bewerbungen: Diese Branche nennt man auch Musik Business. Business. Geschäft. Wirtschaft. Geld. Ressourcen. Sprich, am Ende des Tages geht es irgendwie immer um einen Mehrwert, den ein Künstler liefern muss. Warum ist das wichtig zu wissen? Ganz einfach. Wenn ich jetzt die hundertste Bewerbung bekomme, in dem derselbe 0815 Text steht, der Sound gleich klingt und ich nichts Relevantes in der Mail finde, warum sollte mich dieses Thema interessieren. Ich brauche einen Mehrwert. Diesen Mehrwert auch bitte so kurz und knapp wie möglich schildern und keine seitenlangen Texte. Nur das wichtigste. Wer bist du und warum bist du interessanter als alle anderen da draußen. Und vor allem, was brauchst du von uns? Manchmal kommt es vor, dass jemand schreibt „Hey, hört mal in den Song.“. Dann schreib ich „Hab ich gemacht.“. Wem von uns beiden hat das jetzt weitergebracht? (haha) Also immer klare Forderungen dazu schreiben. Das kann ich und das will ich. Das ist mein Mehrwert für euch und das ist euer Mehrwert für mich.

 

Jetzt fragt ihr euch, was ist denn ein Mehrwert zum Beispiel? Gute Frage liebe Leute, schön, dass ihr so fleißig mitdenkt. Ein Mehrwert ist übersetzt ein Nutzen, von dem ich in irgendeiner Form profitieren kann. „Ich mach Musik seit ich 13 bin…“, kein Mehrwert. „Zu meinen Shows kommen mittlerweile 100 Leute.“, ein Mehrwert. „Ich brauch einfach nur einen Partner, der an mich glaubt.“, sehr bedürftig und kein Mehrwert. „Ich bin der erste Musiker, der….“, wow heftig, hab ich noch nie gehört sowas, Mehrwert. Ganz simple. Bei der nächsten Aussage bin ich etwas vorsichtig, weil da sicher nicht jede/r meine Meinung teilt. Nichtsdestotrotz hau ich das mal raus: Es ist nicht relevant, ob du alles selber komponierst, schreibst und aufnimmst. Für mich zumindest nicht. Liefer mir einen geilen Song. Wie der dann Zustande kam ist dann nicht mehr so relevant für mich. Hauptsache du bist dafür verantwortlich, dass es ihn gibt. Wer was eingespielt oder produziert hat, interessiert den 0815 Spotify Hörer relativ wenig. Aber wie gesagt, andere Leute in der Branche reißen mir für diese Aussage vielleicht den Kopf ab und andere teilen möglicherweise meine Meinung. Wer weiß.

 

Für mich gibt es auf jeden Fall zwei Arten von interessanten Künstlern. Jene die schon spannende Referenzen vorweisen können. Zum Beispiel 10.000 monatliche Spotify Hörer, 50.000 Insta/TikTok Follower, kleine Touren oder der Künstler war schon mal Voract von einem bekannten Musiker/in bzw. ist irgendwie schon szenenbekannt. ABER bevor ich hier als oberflächlich abgestempelt werde, gibt es natürlich auch eine zweite Art von Künstlern, die nichts mit den Instagram Followern, persönlichen Connects und der Anzahl der Auftritten zu tun hat. Und das sind die MusikerInnen, die… Mehr davon im nächsten Blog! #8

Hier geht´s zu Teil 2:
https://mansour-management.de/2020/08/19/musik-marketing-blog-bewerben-bei-musiklabels-part-2-8/?et_fb=1&PageSpeed=off