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Musik Marketing Blog: Bewerben bei Musiklabels! (Part 2) #8

Die Bewerbung bei Musiklabels und potentiellen Kooperationspartnern TEIL 2

Wer Teil 1 nicht gelesen hat, den gibt´s auf meiner Homepage unter Blog #7.
https://mansour-management.de/2020/06/25/musik-marketing-blog-bewerben-bei-musiklabels-7/

 

Wir steigen jetzt direkt wieder ein mit Blog #8

Für mich gibt es zwei Arten von interessanten Künstlern. Jene die schon Referenzen vorweisen können. Zum Beispiel 10K monatliche Spotify Hörer, 50.000 Insta/TikTok Follower, kleine Touren oder der Künstler war schon mal Voract von einem bekannten Musiker/in. ABER bevor ich hier als oberflächlich abgestempelt werde, gibt es natürlich auch eine zweite Art von Künstlern. Und das sind die, die etwas zu sagen haben. Und damit meine ich nicht den 46. Straßenrapper die Woche. Hier geht es auch nicht um Klicks, um Streams um Follower. Jemand, der/die wirklich was zu erzählen hat. Irgendetwas, das man in dieser Form noch nie gehört, gesehen oder gefühlt hat. Ein Alleinstellungsmerkmal. Man spricht auch von „Erscheinungen“. Das muss auch nicht immer nur mit der Musik zu tun haben. Das kann auch die Persönlichkeit sein, der Look oder die Mission. Also, jemand der mir sagen kann, warum er/sie Musik macht. Dieser Grund muss mich aus den Socken hauen. Kurzer Exkurs: Checkt mal meinen #5 Blog auf meiner Homepage, da wird das Thema „Warum machst du Musik“ nochmal ausführlicher behandelt. SEHR WICHTIG!
https://mansour-management.de/2020/06/11/musik-marketin-blog-warum-machst-du-musik-5/

 

Bewerber schreiben immer über sich aber nie was ihre Musik den anderen Menschen nutzen soll. Warum eigentlich nicht? Man macht doch Musik für andere. Und wenn jetzt jemand meint „Ich mach Musik für mich“, dann bewirb dich nicht bei einem Label, das deine Musik bei anderen Leuten bekannt machen soll. (*micdrop*)

 

Will man eher mit dem Sound überzeugen, gibt es zwei Möglichkeiten. A) Mach das was gerade angesagt ist ABER MACH ES BESSER ALS ALLE ANDEREN UND IN EINEM STYLE, DER EINEN WIEDERERKENNUNGSWERT HAT oder B) Falle auf und mache das was es noch nie gegeben hat.

 

Leider bekomm ich oft Deutschrap Bewerbungen, die weder A noch B sind. Das sind oft Songs, die sich vom Sound her am Markt orientieren aber im Endeffekt nicht besser sind als die Tracks, die man in den Spotify Playlisten hört. Es sind also Tracks, die es schon in dieser Form gibt, nur schwächer. Wo ist mein Mehrwert?

 

Wie viele vielleicht wissen habe ich (nicht übers Label, sondern über mein eigenes Management) eine Transfrau vor Kurzem unter Vertrag genommen. Sie hat damals eine Mail/Bewerbungen geschrieben und Deutschrap Tracks mitgeschickt. Die Tracks waren okay aber es waren noch Flowfehler drin, Aussprache war teilweise verkackt und die Beats von YouTube. Also eigentlich soundtechnisch erstmal lauter Ausschlusskriterien. ABER was ich in der Bewerbung gelesen habe war einmalig. Ich gebe den Inhalt sinngemäß und abstrakt wieder: „Ich bin eine Transfrau, die ihr leben lang diskriminiert und niedergemacht wurde. Verbal und physisch. Ich habe meine geschlechtsanpassende OP gemacht und angefangen zu rappen. Nun will ich ein Zeichen im Deutschrap setzen und gegen Diskriminierung ankämpfen.“ Ich habe direkt via Instagram Kontakt aufgenommen, Feedback zu den Songs gegeben und immer wieder Input gegeben, bis sie schließlich nach Berlin gezogen ist und einen Vertrag bei mir abgeschlossen hat. Heute arbeiten wir intensiv zusammen an der Debüt EP. Coming soon!

 

Aktuell sind wir bei nur 575 Instagram Follower aber das ist scheiß egal. Das ist jemand, die was zu erzählen hat. Das ist einmalig, das ist spannend, das hat Potential, weil es anders ist.

 

Ich hoffe Blog #7 und Blog #8 konnten euch gute Einblicke in meine persönlichen Erfahrungen und Ansichten geben. Dieser Blog vertritt auf keinen Fall die generelle Meinung der Musikbranche. Ich würde es nicht wagen für meine Kollegen und Kolleginnen zu sprechen. Ich kann mir gut vorstellen, dass manche diesen Blog unterschreiben würden, während andere ihn kritisieren. Wie auch immer. Ich gehe davon aus, dass man viel davon mitnehmen kann.

 

Zusammenfassung:
– Liest den ersten Teil dieses Blogs #7
– Schreib nur Dinge in deine Bewerbung, die fürs Business relevant sind!
– Sound der besser ist als der von anderen oder einzigartig!
– Warum machst du Musik?
– Was genau brauchst du von deinem Kooperationspartner?

 

Foto Credits: photo.g.raphi
https://www.instagram.com/photo.g.raphi/